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Linda Rachel Sabiers
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Linda Rachel Sabiers

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Ein verregneter Oktobertag in Berlin. „Im Sommer tust du gut und im Winter tut’s weh“. Was kann es an einem grauen Tag Besseres geben, als sich in ein gutes Buch, in eine gute Geschichte zu vertiefen? Wir treffen die Autorin Linda Rachel Sabiers in ihrer Wahlheimat Berlin.

Das Leben in der schnelllebigen Metropole, die sich im ständigen Wandel befindet und doch immer sichtbar die Spuren der Vergangenheit trägt, birgt unzählige kleine und große Geschichten. Die alltäglichen Geschichten machen dabei für die Autorin den größten Reiz aus.

Sie lässt uns an ihrem Alltag als Schriftstellerin teilhaben, zeigt uns ihren Kiez, ihr Lieblingscafé, und erzählt uns was sie macht, wenn sie mal nicht von der Muse geküsst wird. Wir treffen eine unglaublich talentierte und inspirierende Linda Sabiers, für die Beruf und Berufung untrennbar miteinander verbunden sind.

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Du lebst ja mittlerweile schon einige Zeit in Berlin. Was macht die Stadt für dich so inspirierend?
Berlin ist wie ein großes Freilichtmuseum. Es gibt kaum einen Stadtteil, in dem nicht in den letzten 200 Jahren eine Person aus Literatur, Musik, Tanz, bildende Kunst oder Theater gelebt hat. Besonders Charlottenburg, der „Alte Westen“ Berlins und seit über sechs Jahren mein Zuhause, ist für mich wie das Laufen durch ein Jahrhundert unsere Kultur prägende Literatur. Demnach ist die gesamte Stadt mit all ihren Orten und Menschen Inspiration wie sie, im wahrsten Sinne des Wortes, im Buche steht.

 

In deinen Texten geht es ja tatsächlich oft um das Leben hier. Was mach das Berliner Leben für dich aus?
Der für Deutschland einzigartige Mix an Menschen, die Historie der Stadt, der Ort, an dem über unsere Zukunft entschieden wurde und entschieden wird. Ich interessiere mich sehr für die Weimarer Zeit, die goldenen Zwanziger. Diese wenigen Jahre zwischen den Kriegen, die mir das Gefühl geben, als hätten die Menschen gewusst, was noch auf sie zukommt. Sex, Liebe, Cabaret, Mafia, Kultur und Tanz an jeder Ecke. In Berlin ist diese Zeit an vielen Orten spürbar.

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Was inspiriert dich mehr: spannende, außergewöhnliche Ereignisse, oder eher die alltäglichen Situationen, die das Leben schreibt?
Der Alltag. Meine Inspiration ist der Alltag. Das können zwei Ordnungsbeamte sein, die berlinernd durch die Straßen ziehen, oder die Busfahrer der legendären M29, der Chaos-Linie zwischen Grunewald und Neukölln. Wer schreibt, der hungert hier nicht. Und wer es doch tut, der läuft mit geschlossenen Augen durchs Leben.

Wie können wir uns deine Arbeit als Texterin, Kolumnistin und Autorin vorstellen?
Ich wanke zwischen Klischee und totaler Abnorm. Ich sitze tatsächlich oft alleine in den unzähligen Cafés dieser Stadt und schreibe vor mich hin. Sehr oft ohne Plan. Ich schreibe das auf, was ich sehe. Daraus entstehen dann Momentaufnahmen, die ich ohne Lektorat und Aufhübschen auf meiner Facebookseite veröffentliche. Wenn wirklich nichts geht, dann mache ich so lange die Wäsche, bis wieder Ideen kommen.

Was macht den Beruf für dich so einzigartig?
Da wir alle andere Köpfe haben, ist das Schreiben per se unglaublich einzigartig. Jeder Autor schreibt, was er sieht, hört und fühlt. Wenn ich das Mondlicht beschreibe, können es zehn andere Autoren auf zwanzig andere Weisen beschreiben. Und die Tatsache, dass ich mittlerweile von dem leben kann, was mich erfüllt, ist einzigartig. Dafür bin ich sehr dankbar. 

Dann ist es eher Leidenschaft als einfach nur ein Job?

"Leidenschaft. Ohne Wenn und Aber."

Gerade in kreativen Berufen kann man ja auch mal auf der Stelle treten. 
Was bringt dich wieder auf die Spur, wenn dir Inspiration und Muse fehlen?
Oftmals lese ich dann. Schaue, was „die anderen“ so machen. Und wie sie es machen. Formulierungen, Gedanken. Manchmal stolpere ich dann über ein Wort, das mich auf andere, richtige Gedanken bringt, und die Maschine läuft wieder. Wenn gar nichts geht, gehe ich raus und schaue mir Menschen an.

Wenn du das Stadtbild beobachtest, kommst du ja kaum darum herum, Kaugummis zu sehen. 
Du hast uns ja auch eine kleine Geschichte über Kaugummis geschrieben. Kaugummis und Städte, wie passt das zusammen?
Solange man nicht in einen reintritt, sind Kaugummis super und aus meinem Alltag gar nicht wegzudenken. Kaugummis haben immer noch was Lässiges und stehen ja seit der amerikanischen Besatzung – gerade in Berlin – für Coolness, Freiheit und Ruhe. Ich kaue Kaugummi zum Entspannen, wenn mir langweilig ist, in der S-Bahn zum Beispiel, und wenn ich einen Termin habe als Erfrischung. Mit vielen Kaugummi-Geschmacksrichtungen verbinde ich natürlich auch Kindheitserinnerungen, die durch den jeweiligen Geschmack auf meiner Zunge sofort wieder hochkommen. Heute sind meine Ansprüche an einen guten Kaugummi tatsächlich anders, was natürlich auch total zum Berliner Lifestyle passt: nicht künstlich, mit unvergleichlichem Geschmack und stylischer Verpackung. In meiner kleinen Geschichte geht es, wie soll es auch anders sein, um Kaugummi und … Menschen.

Zu guter Letzt: Welche DasKaugummi Sorte kaust du, wenn du mal Abwechslung brauchst?

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Holunderblüte-Minze. Mein absoluter Favorit!

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